08.02.21

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Darum solltest du deinen Hund nicht regelmäßig entwurmen – jedoch kontrollieren!!!

Stell dir vor, du sollst alle drei Monate eine Tablette nehmen und das obwohl dir gar nichts fehlt. Würdest du das tun? Genau diese Frage habe ich mir vor einigen Monaten auch bei Lucy gestellt, als es mal wieder Zeit für eine Wurmkur war. Zum einen ist es mein persönliches Befinden, dass ich meinen kleinen 2,8 Kilo leichten Hund keine unnötigen Medikamente verabreichen möchte und zum anderen wirkt eine Wurmkur nicht prophylaktisch. Ich denke gerade Hundeeltern von kleinen Hunderassen hadern oft mit sich selbst, ob und was sie ihrem kleinen Hundekind in Bezug auf Medikamente und Operationen, welche nicht zwingend notwendig sind, zumuten können und sollten.

 

Wie wirkt eine Wurmkur überhaupt?

Wenn du deinem Hund eine Wurmkur verabreichst, wirkt diese für gerade mal 24 Stunden im Körper und auch nur gegen die aktiven Würmer nicht jedoch gegen Eier- und Larvenstadien. Nach 24 Stunden wird der Wirkstoff abgebaut und von deinem Hund wieder ausgeschieden. Das bedeutet, theoretisch kann er sich bereits am übernächsten Tag wieder mit Würmer infizieren oder die Eier schlüpfen zu erneuten Würmern.

 

Welche Wurmarten gibt es überhaupt?

  • Bandwürmer
  • Hakenwürmer
  • Spulwürmer
  • Peitschenwürmer
  • Lungenwürmer
  • Herzwürmer

Wenn ich keine Würmer im Kot sehe, hat mein Hund auch keinen Wurmbefall!

Das ist leider einer der weitverbreitetsten Irrglaube. Denn hauptsächlich werden Eier und Larven ausgeschieden. Ausgewachsene Würmer werden erst ausgeschieden, wenn der Befall schon sehr massiv ist und die Infektion schon lange zurückliegt. Dies ist für den Hund gesundheitlich sehr gefährlich.

 

Einige Symptome können sein:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Verstopfung
  • Mangelerscheinungen durch Nährstoffentzug
  • Mangelnder Appetit und Gewichtsverlust
  • stumpfes Fell
  • aufgeblähter Bauch (bei fortgeschrittenem Stadium und massivem Befall)
Bei einem Befall mit einem Lungenwurm können auch folgende Symptome auftauchen:
  • allergische Reaktionen
  • Atemnot
  • starker Huster

Herzwürmer können auch Symptome wie leichte Herzgeräusche bis hin zum tödlichen Herz-Kreislauf-Kollaps auslösen. Auch für die Hundemenschen kann ein Wurmbefall gefährlich werden Ein Wurmbefall des Hundekindes kann sich auf den Menschen übertragen, gerade wenn ihr gemeinsam in einem Bett schlaft, was wohl öfter als zugegeben vorkommt =) oder dein Hundekind dich mit Küsschen überhäuft. Jagdhunde, junge Hunde und wenn die Aufnahme von Kot, Beutetieren oder Aas nicht ausgeschlossen werden kann, empfiehlt es sich eine entsprechende Kotuntersuchung oder alternativ eine monatliche Wurmkur zu verabreichen. Vor allem Kleinkinder, immungeschwächte und/oder ältere Menschen laufen Gefahr ernsthaft zu erkranken.

 

Also doch mindestens viermal jährlich Wurmkur rein und gut?

Studien haben ergeben, dass eine Wurmkontrolle bzw. eine Kotprobe von 1 - 2 mal jährlich keinen ausreichenden Schutz bietet. Bei den üblichen Entwurmungen auf Verdacht sollte die Wurmkur mindestens viermal pro Jahr fällig sein: Nur so kann das Risiko von Gesundheitsschäden für Tier und Mensch in einem einigermaßen sicheren Rahmen gehalten werden.

 

Im besten Fall entwurmst du deinen Hund allerdings gar nicht auf Verdacht

Bevor Lucy eine Wurmkur von mir bekommt, lasse ich Ihren Kot immer vom Tierarzt überprüfen. Dazu habe ich mir einen kleinen Vorrat an Kotproben-Röhrchen bei meiner Tierärztin abgeholt (damit ich nicht jedes Mal wegen eines Röhrchens hin muss). Ich sammle dann für drei Tage einmal täglich eine Kotprobe auf (alles wandert immer in dasselbe Röhrchen). Ok, es ist schon etwas anderes ein Löffelchen Kot einzusammeln, als einfach alles in einer Tüte verschwinden zu lassen =) Aber das gibt mir die Sicherheit, dass ich meinem Hundekind unnötige Präparate zuführe. Nach drei Tagen gebe ich die Probe beim Tierarzt ab und lasse es testen. Meist bekomme ich nach 1-3 Tagen eine Nachricht ob der Kot auffällig war oder nicht. Im Falle eines positiven Befundes bekommt Lucy dann gezielt die passende Wurmkur die gegen den Parasit vorgeht, der tatsächlich in Lucy sein Unwesen treibt.

 

Ist die Wurmkur denn nun sooooo schädlich?

Tatsächlich schadet die Wurmkur bei richtiger Dosierung dem Darm eines gesunden Hundes ziemlich wenig bis gar nicht. Würmer, welche sich durch die Darmwand fressen allerdings schon. Durch einen massiven Wurmbefall können starke gesundheitliche Schäden entstehen, die teils auch eine OP zur Folge haben. Die einzige Möglichkeit die Parasiten loszuwerden, ist sie zu bekämpfen. Ich bin dennoch der Meinung, dass ein unnötiges Verabreichen nicht notwendig ist und vermieden werden sollte, denn am Ende ist es immer noch ein Medikament, welches auch Nebenwirkungen wie: Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Mattigkeit, vorübergehender Juckreiz, Haarausfall sowie Erbrechen mit sich bringen kann.

 

Keine Panik aber mit Respekt...

...sollte man die Thematik angehen. Ich halte es mit allen Dingen im Leben so und bin bisher damit ganz gut gefahren. Ich verteufele Wurmkuren nicht, sie sind richtig dosiert anhand des Alters, des Körpergewichts und des gesundheitlichen Zustandes deines Hundekindes absolut sinnvoll. Allerdings tut eine unnötige Verabreichung auch nicht not.
Wie hast du das Thema Wurmkur bisher für euch geregelt?
Schreib es mir doch gerne in die Kommentare!